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Praktische Umsetzung

Kooperativen als grundlegende Institutionen

Kooperativen - Fundament einer nachhaltigen Zukunft
Zentraler Ansatzpunkt der Zusammenarbeit auf Gemeindeebene ist die Bildung von Kleinspargruppen, sogenannten Kooperativen. Diese werden in Trainings von Experten weitergebildet (siehe: Trainingsinhalte Kooperativen.pdf) und durch die stetige Supervision des Projektteams langfristig begleitet. Durch das Engagement von Sozialarbeitern in den Gemeinden ist die Durchgängigkeit der Betreuung gewährleistet. Ziel ist es, mit dem Aufbau gemeindeeigener Kooperativen langfristige Strukturen zu schaffen, die die Menschen in die Lage versetzen, selbstbestimmt eigene Ressourcen zur Problemlösung zu nutzen und so zur Verbesserung der sozio-ökonomischen Situation in der Gemeinde beizutragen. Dabei sind es nicht allein ökonomische Indikatoren, wie die Rücklagen und die getätigten Investitionen der einzelnen Kooperativen, die den Erfolg der Kooperativen bemessen. Vielmehr sind sie unmittelbar mit einer Reihe von Aktivitäten, Erkenntnissen und regen Austauschprozessen im Hinblick auf das soziale Leben sowie Entwicklungen im Bildungs-, Landwirtschafts- und Gesundheitsbereich verbunden. Die Kooperativen unterliegen mit ihrer Registrierung dem nepalesischen Recht und werden periodisch überprüft. Ein Personalgesetz für das Management der Kooperative wurde zudem entwickelt.
Erste Anzeichen für die erfolgreiche Implementierung der Kooperativen sind der Zuwachs an Mitgliedern, Großinvestitionen in Schulräume und Gemeindezentren und 100%-ige Rückzahlungsraten. Die Kooperative Patmara hat ihr Wirkungsfeld nach kurzer Zeit auf neue Gemeinden ausweiten können - ein Zeichen dafür dass die Multiplikation der Grundansätze bereits begonnen hat.
Unserem Verein kommt nach der mehrjährigen Trainings- und Aufbauphase einer Kooperative, eine begleitende Rolle zu. So diskutieren wir mit den Vorständen die Jahresfinanzplanungen und binden internationale Experten in deren Beurteilung mit ein.
In den nächsten Jahren werden wir vermehrt Unterstützung in der Entwicklung von mikro-ökonomischen Kreisläufen unter Führung/ Kontrolle der Kooperativen leisten. Hierdurch sollen Kreisläufen in den Gemeinden unterstützt werden, die neben der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsdimension auch die wirtschaftliche berücksichtigen.

Hintergründe zu Krediten und Kooperativen

Mikrokredite in einem anderen Kontext
Kreditarten
Die maximale Kreditrate ist 10.000 NRS und muss durch den Vorstand der Kooperative genehmigt werden. Ein Notfallkredit von 20.000 NRS kann ebenfalls gewährt werden. Zurückzahlungen werden innerhalb von 48 Wochen gemacht und werden wöchentlich bezahlt. Die Zinsrate der Kooperative liegt je nach Gemeinde zwischen 10 und 16% p.a. und kommt dem Aufbau des Stammkapitals zugute. Sie liegt weit unter dem Zins den Menschen normalerweise in dieser Region für Kredite bezahlen.

Limitationen
Um die Kooperativen finanziell nachhaltig zu gestalten, gibt es folgende Limitationen:
  • 15% des Jahresbudgets werden angelegt
  • Maximal 33% des Budgets können für individuelle Kredite vergeben werden, der Rest ist für Gemeindekreditvorhaben und den Solidaritätskredit vorgesehen
  • Die Kredite sind fixiert auf die Bereiche: Gesundheit, Bildung, Häuser, Kräuter, Sparen und Marketing.
In den Projektgemeinden wurden die meisten Kredite für kleine Mikrokredite beantragt; bspw. für die Investition in den Aufbau eines kleinen Geschäfts, Einkauf von Schafen zur Wollproduktion, Kartoffelanbau, Apfelanbau. Zudem wurden Kredite für Bildung der Kinder, medizinische Behandlung und Familienanschaffungen gewährt.
An dieser Stelle möchten wir gern nochmals auf den Unterschied zu gängigen Mikrokredit-Projekten hinweisen. Die Kooperativen selbst besitzen völlige und alleinige Kontrolle über diese (im Rahmen gesetzlicher Vorgaben und Supervision). Es gibt keine Zentralbank, die Druck ausübt und Zinssätze fernab von den Gemeinden festlegt. Zudem stellen die Aktivitäten in den nachfolgend beschriebenen Projektbereichen (Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung) eine bedeutende Erweiterung reiner Mikrokreditprojekte dar.

Gesundheitsbezogene Aktivitäten

Gesunde Lebensvoraus-setzungen schaffen
Die gesundheitsbezogenen Aktivitäten in den Partnergemeinden haben die Prävention von Krankheiten und die Gewährleistung einer grundlegenden Gesundheitsversorgung der Menschen zum Ziel.

Erster Schritt der Arbeit im Gesundheitsbereich ist die Erhebung gesundheitsrelevanter Daten im sogenannten Baseline Survey. Da die meisten aller Erkrankungen in Nepal ihre Ursache in unzureichenden Sanitärmaßnahmen und unsauberem Trinkwasser haben, werden anschließend bewusstseinsbildende Trainings durchgeführt - beispielsweise zu den Themen Trinkwasser, Hygiene und Verhütung. Anschließend werden Möglichkeiten der Verbesserung der gesundheitsrelevanten Infrastruktur diskutiert. Auf Wunsch der Gemeinde und unter Beteiligung der Kooperativen wurden so beispielsweise in Patmara und Luma 380 Toiletten gebaut. Diese beiden Dörfer wurden so zu den ersten "open-excreta-free" Gemeinden in der Region Jumlas.

Desweiteren wurden in verschiedenen Gemeinden kleine Gesundheitsposten gebaut. Diese werden von Hebammen, die eine mehrjährige Ausbildung in der Karnali Technical School durchlaufen haben, betrieben und gewährleisten damit eine grundlegende Gesundheitsversorgung. Der bisher 6 - 8-stündige Weg in das einzige Krankenhaus der Region in Jumla reduziert sich für viele Menschen der nahen Umgebung drastisch. Durch die grundlegende medizinische Versorgung und die direkte Geburtsassistenz vor Ort konnte die Mütter- und Säuglingssterblichkeit reduziert werden.Diese Gesundheitsposten stehen in engem Kontakt mit unseren Projektangestellten und werden durch lokale (in der Kooperative verankerte) Gesundheitsgruppen supervidiert. Jährlich mehrere tausend Behandlungen in jedem Gesundheitsposten in Patmara zeigen die Notwendigkeiten in den Dörfern deutlich auf.

Ergänzend zur Arbeit der Gesundheitsposten werden im Rhythmus von ein bis zwei Jahren umfangreiche Zahnarzt- und Gynäkologiecamps von internationalen Teams durchgeführt. In zwei Wochen können so mehrere tausend Patienten behandelt werden, die ansonsten keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung hätten. Abgesehen von der Behandlung akuter Probleme, werden dabei bewusstseinsbildende Maßnahmen umgesetzt.

Landwirtschaftliche Aktivitäten

Nahrungsgrundlagen verbessern und Abhängigkeiten verringern
Unterernährung und die monatelange Abhängigkeit vom World Food Program (mit erheblichen Nebenwirkungen auf die Vermarktung lokaler Produkte) sind traurige Tatsachen in unseren Projektgemeinden. Die landwirtschaftlichen Aktivitäten beinhalten Trainingsangebote zur Verbesserung der Produktion, zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Ackerfläche sowie die Lagerung und das Marketing der Erzeugnisse. Durch die Anbindung an die Kooperativen sind auch teurere Gemeinschaftsinvestitionen in die Landwirtschaft möglich. Außerdem werden die Gemeinden bei der Errrichtung von Nahrungsspeichern, dem Erwerb von Saatgut, der Anlage von kleinen Treibhäusern und der Verbesserung der Bewässerung mit technischen und finanziellen Mitteln unterstützt.

Bildungsbezogene Aktivitäten

formale und non-formale Bildung fördern
In einigen der Gemeinden in denen wir bislang arbeiten, liegt die Analphabetenquote bei bis zu 92%. [1]
Durch den Bau von nunmehr 3 Schulen (Luma, Jyahri und Mandu) sowie die Gründung begleitender Arbeitsgruppen konnte die Einschulungsrate in den Gemeinden nahezu verdoppelt werden. 4 weitere Schulen wurden mit Unterrichtsmaterialien ausgestattet.
4 Jahre lang wurden in einem Ausbildungsprogramme 128 Studentinnen (Hebammen, Krankenschwestern, Bauingenieuren und Landwirten) der Karnali Technical School unterstützt. Zudem gewährleisten wir die komplette Schulbildung für 14 taubstummer Kinder und deren zukünftige Ausbildung.

Zur Förderung der non-formalen Bildung wurden Gemeinderäume eingerichtet und mit Büchern und Zeitungen ausgestattet, so dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene erstmals Zugang zu Medien dieser Art haben. Auch die unterschiedlichen Trainings für die Kooperativen oder Bauern der Gemeinden tragen zu einer umfassenderen Bildung bei.
[1] Frauen in Mandu einem Dorf in Mughu, Quelle: Baseline Survey PISDIM

aus dem Basar

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