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Globalisierung ...

... Chance oder Risiko?

 

Globalisierung - was ist das eigentlich?

Annäherung an ein Modewort
Eine einheitliche Definition dieses viel genutzten Wortes gibt es bis heute nicht. Vielmehr kann Globalisierung als Tendenz unterschiedlicher sich gegenseitig beeinflussender und teilweise gegenläufiger Prozesse verstanden werden:
Durch technische Neuerungen und die damit einergehende drastische Reduktion von Transport- und Kommunikationskosten ist die Mobilität und globale Kommunikation weltweit sprunghaft angestiegen. Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Finanzkrisen und internationalem Terrorismus reduziert sich auf politischer Ebene zunehmend die Bedeutung von Nationalstaaten im gleichen Maße wie die Bedeutung von internationaler und regionaler Zusammenarbeit zunimmt. In einem immer weiter entgrenzten Welthandel sind Warenproduktion und Dienstleistungen internationalisiert. Aus einer soziokulturellen Perspektive wird die Globalisierung sowohl mit der Entstehung universeller Werte, insbesondere die Verbreitung westlicher Konsum- und Lebensstile, als auch mit einer Rückbesinnung auf das Eigene in Verbindung gebracht.
“Globalisierung ist ein komplexer multidimensionaler Prozess der Entgrenzung und Enträumlichung zum einen, der Verdichtung und Vernetzung zum anderen.” (R. Tetzlaff 2000)

Chancen und Risiken für sogenannte Entwicklungsländer

Heilsgeschichte oder Teufelswerk?
Globalisierungsgläubiger verkünden, dass die Öffnung der Märkte wachstumsfördernde Wirkung habe und mehr Wachstum, mehr Wohlstand bedeute - für alle. Globalisierungskritiker argumentieren, dass die Früchte der Globalisierung nur den Starken in der Weltwirtschaft zu Gute kommen und nur wenigen Entwicklungsländern. Desweiteren komme in den profitierenden Ländern der Wohlstand nur einer kleinen Elite zu. Die Schere der Ungleichheit werde damit nicht nur zwischen Staaten, sondern auch innerhalb von Staaten größer. Nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Finanzkrise erscheint letztere Meinung durchaus plausibel. Neben den Chancen und Risiken der Globalisierung ist eine zentrale Frage, welche Chancen Entwicklungsländer haben, sich an der Gestaltung der Globalisierung zubeteiligen, d.h. die globale Strukturpolitik mitzugestalten. Die Vormachtstellung der alten Industrienationen (G8) schwindet zugunsten der aufstrebenden Schwellenländern (G20). Entwicklungsländer haben immer noch wenig Einflussmöglichkeiten.

Brain Drain - der Exodus der Köpfe?

Entwicklungshemmnis oder - förderung?
Ein wesentliches Merkmal der Globalisierung ist die weltweite zunehmende Arbeitsmigration. Mit dem Stichwort Brain Drain wird die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften bezeichnet. Vor allem junge Menschen in Entwicklungsländern verlassen ihre Heimatregion mit der Hoffnung ihre Bildung anderswo für ein besseres Leben einsetzen zu können. Neuere Forschungen zeigen, dass dieser Prozess auch Chancen birgt: so sind Rücküberweisungen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in den Herkunftsökonomien und wenn die Migranten zurückkehren tranferieren sie Wissen und Technologie ("Brain Gain"). Oftmals überwiegen jedoch die Nachteile. Beispielhaft dafür steht der Mangel an medizinischem Personal in vielen Entwicklungsländern (vgl. Karte: WHO (2006): World Health Report 2006.). Dies alles trifft auch auf Nepal zu. Das größte Entwicklungshemmnis ist wahrscheinlich nicht die Abwanderung in andere Staaten, sondern die von ländlichen in städtische Gebiete innerhalb Nepals. So liegt der Grund für die schlechte medizinische Versorgung und die mangelnde Schulbildung in ländlichen Gebieten nicht nur an fehlender Infrastruktur, sondern daran, dass gut ausgebildete Lehrer, Ärzte und Pflegepersonal in Kathmandu und nicht im entfernen Westen arbeiten wollen.

Migration von Gesundheitsfachkr?ften im globalen Kontext _ Fluch oder Segen vs.1.pdf
Rocco Umbescheidt. Die Migration von Gesundheitsfachkräften im globalen Kontext- Fluch oder Segen? In: Iris Ludwig (Hrsg.): Wir brauchen sie alle ‒ Pflege benötigt Differenzierung. hpsmedia GmbH (Nidda) 2015. 586 Seiten. ISBN 978-3-9815325-9-3.

Fairer Handel in einer globalisierten Welt

Was geht mich das an? Und was kann ich tun?
Trauriger Bestandteil der globalisierten Weltwirtschaft sind ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in Landwirtschaft und Produktion in dne Billiglohnländern des globalen Südens. Eine Möglichkeit etwas gegen diese menschenunwürdigen Bedingungen zu tun, ist der Kauf von fair gehandelten Produkten. Die Idee des fairen Handels wurde bereits in den 1950er Jahren entwickelt und hatte die Unterstützung von Kleinbauern in Entwicklungsländern, die nur zu einem minimalen Anteil am Profit ihrer Produkte beteiligt waren, zum Ziel. Heute ist Bandbreite an fair gehandelten Güter groß und reicht von Genussmitteln wie Kaffee, Tee und Schokolade über Textilien und Kleinhandwerk bis zu Dienstleistungen wie Tourismus. Für alle Fair-Trade-Organisationen bzw. -partner gelten folgende Prinzipien:
  • Neben einem Fair-Trade-Aufschlag wird den Produzenten für die abzunehmenden Produkte ein Mindestpreis gezahlt, der sich nicht am Weltmarkt, sondern an den realen Lebenserhaltungskosten der Produzenten orientiert gezahlt.
  • Um wichtige Investitionen tätigen zu können, bekommen die Produzenten einen Teil des Kaufpreises im Voraus bezahlt.
  • Der Handel findet direkt zwischen den Partnern in Entwicklungs- und Industrieländern statt und ist auf Langfristigkeit angelegt.
  • Die Arbeitsbedingungen orientieren sich an den Menschenrechten und erfüllen folgende Sozialstandards: Das Recht auf Versammlungsfreiheit und zur kollektiven Verhandlungsführung sowie das Verbot von Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierung.
  • Desweiteren wird durch folgende Kriterien auf die ökolgische Verträglichkeit der Produktion geachtet: Eine umweltgerechte Abwasserversorgung, die Umstellung der Schädlingsbekämpfung auf ökologische Methoden, die Vermeidung von Monokulturen und die Einhaltung produktspezifischer Standards.

Tipps zum Weitelesen

Buchempfehlung
  • Le Monde Diplomatique (2010): Atlas der Globalisierung. Sehen und verstehen, was die Welt bewegt.
  • Bundeszentrale für Politische Bildung (2003): Informationen zur politischen Bildung: „Globalisierung“
  • Beck, U. (1998): Was ist Globalisierung?
  • Stiglitz, J. (2002): Die Schatten der Globalisierung

„Leben
heisst handeln“

Albert Camus
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