Govinda e.V.
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SSP - Shangrila Scholarship Program

ein umfassendes Schulpatenschaftsprogramm

Bildung für die Armen

Stipendien seit 2002
Das Schulpatenschaftsprogramm existiert seit 2002, als die Shangri La International School (SIS) eingeweiht wurde. Etwa die Hälfte der Schüler an dieser Schule sind die ~230 Schulpatenkinder, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen, und denen dieses Stipendium eine solide Schulbildung ermöglicht, welche sich ihre Familien sonst nicht leisten könnten.
Kinder aus bedürftigen Verhältnissen gehen in Nepal oft gar nicht, oder nur kurze Zeit zur Schule. Stattdessen müssen sie schon früh in ihrem Leben als Tagelöhner oder in Gelegenheitsjobs zum Familieneinkommen beitragen. Deshalb fehlt ihnen Bildung – und damit fehlen ihnen eine reelle Zukunftsperspektive und die Chance auf ein besseres selbstbestimmtes Leben.
Die schulische Ausbildung, bis zum Schulabschluss mit SLC, und die berufliche Ausbildung (siehe: Schule & Ausbildung -> SVTC Projekt) mit einem staatlich geprüften und anerkannten Ausbildungszertifikat, soll diesen Kindern helfen, den Armutskreislauf zu durchbrechen.

Tatsächlich sind die SSP-Schüler im Schnitt sogar die besseren Schüler, verglichen mit denjenigen, deren Eltern sich die Schulgebühren leisten können – denn diese Kinder wissen, wofür sie die Schulbank drücken.

Hochschulstipendien

Förderung technischer Bildung seit 2015
Im Rahmen unserer Förderung zur Höheren Bildung wird seit 2015 in jedem Jahr ein Hochschulstipendium im technischen Bereich vergeben. Hintergrund sind die verheerenden Erdbeben 2015, der Wiederaufbau des Landes und die sich daraus ergebenen Bedarfe an Fachkräften. In diesem Jahr überzeugte einer unserer Schüler, Samit Deshar, durch seine exzellenten Noten, sein soziales Verhalten und sein Engagement und wird nun neben Divya Thapa, die im letzten Jahr das Stipendium erhielt, gefördert.

Ziele des SSP

Was wir erreichen wollen.
  • eine hochwertige Schulbildung anzubieten, für Waisenkinder, Halbwaisen, behinderte oder kastenlose Kinder, sowie für Kinder aus Leprafamilien und einkommensschwachen Familien.
  • eine Erfolg versprechende Vorbereitung auf das in Nepal hoch angesehene Abschlussexamen (SLC) nach Klasse 10 zu ermöglichen - und damit reelle Chancen für ein selbstbestimmtes Leben.
  • die Sicherung der Grundbedürfnisse, wie Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung, um damit die Zahl der vorzeitigen Schulabbrecher möglichst gering zu halten, und Voraussetzungen für den pädagogischen Erfolg zu schaffen.
  • auch Kindern aus den ansonsten diskriminierten Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen auf eine gute Schulbildung zu ermöglichen.
  • die konsequente Einbeziehung der Eltern in die tägliche pädagogische Arbeit, um die Identifikation mit der Schule und der Notwendigkeit von Bildung zu erhöhen.

Gesundheit & Dental Camp

Alle zwei Monate gibt es vorsorgende Gesundheitsuntersuchungen, bei denen auch bei Bedarf Medikamente und zweimal jährlich Entwurmungstabletten ausgegeben werden. Diese regelmäßige medizinische Vorsorge ist durch die Beiträge aus den Schulpatenschaften finanziert.
Bei schweren Erkrankungen oder benötigten Operationen, die sich die Familien der betroffenen Schulpatenkinder nicht leisten könnten, kann weitere Unterstützung beantragt werden, die dann aus unseren Spendengeldern gedeckt wird.
Zusätzlich finden ein oder zweimal jedes Jahr mehrtägige Zahnarzt-Camps mit Ärzten der Namuna Dental-Clinic statt. Diese zusätzlichen zahnärztlichen Untersuchungen und Behandlungen werden von der Pro-Vita Stiftung gesponsert. Es zeigt sich mittlerweile, dass diese wiederkehrenden Untersuchungen und die Aufklärungsarbeit in Sachen Zahnhygiene Früchte trägt: die Angst vor dem Zahnarzt schwindet, und auch die Anzahl der notwendigen schwereren Eingriffe (wie Zähne ziehen) nimmt stetig ab. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse steigt auch die Akzeptanz dieser Behandlungen bei den Eltern, denn die müssen diesen Untersuchungen und Behandlungen stets ihre Zustimmung geben.

Ein Fallbeispiel

"... 12 Jahre ist alt genug, um endlich selbst Geld zu verdienen ..."
Das folgende Beispiel zeigt, welche schwierigen Verhältnisse auch die SSP-Kinder oftmals zu meistern haben. Unsere nepalesischen Projektverantwortlichen sind deshalb nicht nur als Manager gefragt, sondern auch tagtäglich in ihrer Funktion als Sozialarbeiter, um gemeinsam mit den Schülerinnen, Schüler und Eltern Lösungen zu erarbeiten.

Ramita Pulami ist seit 2006 im SSP-Programm und schulisch könnte es bei ihr kaum besser laufen. Sie ist regelmäßig die Klassenbeste und eine anerkannte Schülerin. Trotzdem war sie in ihrem Leben immer wieder vor schwierige Herausforderungen gestellt: Ramitas Mutter entstammt der Kaste der Brahmanen, die als die höchste Kaste gilt. Durch ihre Liebesheirat mit einem Mann aus einer niedrigen Kaste (Ramitas Vater) verlor sie jedoch die Unterstützung der Familie, denn Hochzeiten werden in Nepal in der Regel von den Eltern arrangiert. Ein "standesgemäßer" Partner gilt dabei als Notwendigkeit. Als dieser Ehemann starb, heiratete die Ramitas Mutter erneut einen Mann aus einer als niedrig erachteten Kaste. Mit ihm hat sie inzwischen zwei weitere Kinder.

Die soziale Situation von Stiefkindern ist in Nepal nicht einfach. Häufig akzeptieren die Stiefväter die Kinder aus erster Ehe nicht, übernehmen keine Verantwortung für deren Wohl. Die Kinder werden aufgrund dessen zu Sozialwaisen und müssen bei anderen Mitgliedern der Familie (Onkel, Tanten, Großeltern mütterlicherseits) unterkommen. Im Falle Ramitas war das allerdings unmöglich, da die Familie der Mutter aufgrund der nicht akzeptierten Hochzeiten keinerlei Kontakt wünschte.

So hatte Ramita schon immer unter den Launen ihres Stiefvaters zu leiden, der sie nur widerwillig in der Familie duldete. Als Ramita 12 Jahre alt wurde, beschloss er, dass Ramita nun alt genug sei, um die Schule zu verlassen und als Hausmädchen bei wohlhabenderen Leuten in der Stadt zu arbeiten - auch, um etwas Geld zum geringen Einkommen der Familie beizusteuern. Was in Deutschland heute kaum mehr vorstellbar ist, ist in Nepal traurige Realität.

Nach längeren Gesprächen und dem Abwägen unterschiedlicher Möglichkeiten wurde gemeinsam mit unseren SSP-Teams jedoch eine Lösung gefunden: die Familie Ramitas erhält seit 2013 eine monatliche Unterstützung in Form von Lebensmitteln - und im Gegenzug dazu kann Ramita wenigstens bis zur zehnten Klasse weiter zur Schule gehen und ihren Schulabschluss machen. Damit wird nicht nur die Familie unterstützt, sondern für Ramita ergeben sich ganz neue und bessere Chancen im Anschluss an ihre Schulzeit.

Mittlerweile ist Ramita 16 Jahre alt - und sie weiß genau: ohne die Unterstützung durch das Schulpatenschaftsprogramm, sowie die zusätzlichen Lebensmittelhilfen für ihre Familie wäre sie früh verheiratet worden. Ramita sagt selbst: „Das hätte mein Leben ruiniert.“ Aktuell besucht sie die Klasse 10 und wird sicher mit einer sehr guten Note abschließen. Sie wird geschätzt wegen ihres ausgezeichneten Sozialverhaltens und ihrer großen Hilfsbereitschaft. Ramita weiß noch nicht genau, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wird. Doch eines weiß sie bereits: sie möchte etwas Sinnvolles tun. Und sie ist dankbar für die Chancen, die ihr die Förderung eröffneten.

SLC Absolventen 2016
 
Die 24 SSP-Schüler, die 2016 das SLC absolviert und erfolgreich bestanden haben.

aus dem Basar

Kalender 2019
Kalender 2019
9 €

Kontakt

Mitja Mosimann
Thorsten Schaper
Sandu Tamang
Abhishek Sthapit

Video

SSP - Shangri-La Scholarship Program

„Leben
heisst handeln“

Albert Camus
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