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Reintegrationsprojekt

Potenziale und Ressourcen entfalten

2014 war ein Jahr voller Herausforderungen für Ganesh. Er war nie ein besonders guter Schüler gewesen. Trotzdem war die Enttäuschung groß, als er die Prüfungen nach dem ersten Jahr seiner Ausbildung als Labortechniker nicht bestand. Nach langen Überlegungen meldete er sich für eine Fortbildung zum Motoradmechaniker an. Es war hart, aber er schloss sie ab. Auch die Jobsuche danach gestaltete sich schwieriger als erwartet, war aber doch irgendwann erfolgreich. Seitdem arbeitet Ganesh als Motorradmechaniker und verdient sein eigenes Geld. Er ist damit einer von 13 ehemaligen Waisenhausbe-wohnern, die nach ihrer von uns geförderten Ausbildung einen Job gefunden haben.
In unserem Reintegrationsprojekt begleiten wir die Jugendlichen schrittweise auf ihrem Weg zu einem eigenständigen, mündigen und selbstbestimmten Leben in der nepalesischen Gesellschaft. Die Grundlage des Reintegrations-projektes ist der erste Reintegra-tionsplan, der für Waisenkinder in Nepal erarbeitet wurde. Dieser umfasst vielfältige Maßnahmen, die schon mit der Aufnahme ins Waisenhaus beginnen und nicht unbedingt mit dem Abschluss eines Studiums enden.

Vom Rande der Gesellschaft in deren Mitte
Aus ärmsten Verhältnissen, oftmals der Kaste der Unberührbaren angehörend, kommen die Waisenkinder vom Rande der nepalesischen Gesellschaft. Mit der Aufnahme im Waisenhaus beginnt die Aufgabe, sie auf ihrem Weg hin zu einem selbstverantwortlichen Leben in die Mitte der Gesellschaft zu begleiten. Als Waisenkinder fehlt ihnen der in der nepalesischen Gesellschaft so wichtige Rückhalt einer Großfamilie. Wir sehen es daher als unsere Verantwortung, die Jugendlichen solange zu unterstützen bis sie sich selbst versorgen und damit eine kleine, aber stetige Verbesserung der Situation in Nepal bewirken können.

Reintegration in drei Phasen

Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung
Die Grundlagen dazu werden schon im Waisenhaus und in der Schulzeit gelegt. Neben dem Erlangen des Schulabschlusses an der SIS und der handwerklichen Ausbildung im SVTC wird die Selbständigkeit der Kinder von Anfang an gefördert. Die Älteren übernehmen Verantwortung und Vorbildfunktion für die Jüngeren. Wichtige Schritte um eine spätere Reintegration zu gewährleisten werden frühzeitig berücksichtigt - beispielsweise die Erlangung der nepalesischen Staatsbürgerschaft, Sicherung von Eigentumsrechten oder die Kontaktpflege mit verbliebenenen Verwandten. Angeleitet von unseren nepalesischen MitarbeiterInnen reflektieren die Jugendlichen ihre persönlichen Stärken und Kompetenzen sowie ihre aktuelle Situation in der Schule. Davon ausgehend werden Berufswünsche entwickelt um frühzeitig die Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz anzugehen. Um ihren Zukunftswünschen aktiv handelnd näher zu kommen, formulieren die Jugendlichen kurz- und langfristige Ziele sowie Maßnahmen, um diese Ziele selbständig zu erreichen.

Erste Schritte im selbständigen Leben
Mit dem Auszug aus dem Waisenhaus und dem Beginn einer Ausbildung liegt ein neuer aufregender Lebensabschnitt vor den Jugendlichen. Wo möglich, ziehen sie zurück zu entfernten Verwandten in ihr Heimatdorf, um sich wieder in ihrer Herkunftsgegend zu reintegrieren. Diese Kontakte werden dafür schon in der Zeit im Waisenhaus gepflegt. Wo dies nicht möglich ist, beispielsweise wenn kein geeigneter Ausbildungsplatz zur Verfügung steht, ziehen die Jugendlichen gemeinsam in eine Wohngemeinschaft. Bei der Bewältigung der alltäglichen und weniger alltäglichen Herausforderungen werden die Jugendlichen von unseren nepalesischen MitarbeiterInnen Kishan, Babila und Sunil unterstützt. Das beginnt beim Führen eines eigenen Haushalts, geht über die Hilfestellung bei der Wahl eines geeigneten Ausbildungs- oder Studienplatzes und endet bei der Aussprache bei persönlichen Problemen. Die Kosten von Unterkunft, Lebenshaltung, Transport, Heimatbesuchen, Aussteuer, Staatsbürgerschaft und Ausbildung werden für die Jugendlichen in Wohngemeinschaften komplett durch den Verein getragen. Der Umfang der finanziellen Unterstützung der Jugendlichen, die bei Verwandten unterkommen, richtet sich nach deren sozialen und finanziellen Verhältnissen.

Die Reintegration
Die dritte Phase betrifft die Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft und die abschließende Unterstützung. Die Jugendlichen erhalten bei ihrer Heirat eine Aussteuer und ihre allfälligen Eigentumsrechte werden gesichert. Zudem steht die Möglichkeit zur Verfügung, einen Mikrokredits für die eigene Existenzgründung zu erhalten. Ein kleiner Anteil dieser sehr kostenintensiven Unterstützung wird von den Jugendlichen zurückbezahlt und kommt dann den nachfolgenden Jahrgängen zu Gute.

Reintegration und Entwicklung begleiten

Professionelle und Begleitung durch unser Team
Für die Umsetzung dieser umfangreichen Massnahmen (siehe: Reintegration_Plan.pdf) arbeiten speziell geschulte Sozialarbeiter in unseren Projekten, die mit den Projektverantwortlichen und den Bildungsinstituten dauernd in Kontakt stehen und die Karriereplanung der Jugendlichen stetig begleiten. Sie bereiten die Jugendlichen zudem auf Bewerbungsgespräche vor, sondieren den nepalischen Arbeitsmarkt und vermitteln ihnen gezielt weitere fachliche, methodische und soziale Kompetenzen, um die Integration auf ein solides Fundament zu stellen. Derzeit betreuen sie im Rahmen des Reintegrationsprojektes 37 Jugendliche.

aus dem Basar

Kalender 2019
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9 €

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Kontakt

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