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Govinda e.V. Homepage - Unsere Projekte

Praktische Umsetzung und Methoden

Der Bau von Toiletten, rauchfreie Öfen, die Implementierung von Solarenergie und Trinkwasserversorgung löst einen Hauptteil der medizinischen Grundprobleme.

Die Schulung (Non Formal Education) der Bevölkerung zur Bewusstseinbildung, dem Erkennen lokaler, eigener Ressourcen ist Grundlage der partizipativen Methodik (PRA s.u.) der Programme.

Medizinische Untersuchungen, Behandlungen und Schulungen werden durch Personal des District Hospitals und den Studentinnen des ANM und des CMA vorgenommen.

Die Schulung in neuen Methoden der Landbewirtschaftung und die Verbesserung der Vermarktung von Produkten wird in Zusammenarbeit von Studentinnen der JTA, Trainerinnen und der Bevölkerung stattfinden.

Projektmethoden:

Partizipation als Leitbild zeitgemäßer Entwicklungszusammenarbeit

Partizipation ist heute ein weltweit von allen Organisation auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) anerkannter Grundsatz. Ausschlaggebend dafür war die sich seit den 80er Jahren durchsetzende Erkenntnis, dass die Nachhaltigkeit von armutsorientierten Programmen und Projekten ohne Partizipation nicht abgesichert werden kann. Partizipation trägt dazu bei, dass sich die Beteiligten für die Programme und Projekte selbst verantwortlich fühlen (ownership) und ihre jeweiligen kulturellen Wertvorstellungen und Interessen aktiv einbringen können. Damit unterstützt die partizipative EZ die selbstbestimmte Verbesserung der Lebensverhältnisse im Partnerland. Sie erweitert die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Zielgruppen, sich für verbesserte Rahmenbedingungen selbst einzusetzen (empowerment).

Partizipative Entwicklung wird folglich als ein Prozess definiert, der Menschen aktiv und maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligt, die ihr Leben direkt beeinflussen. Wesentliche Elemente einer solchen partizipativen Entwicklung sind dabei Zielgruppenorientierung und die Berücksichtigung der soziokulturellen Rahmenbedingungen.

Rapid Rural Appraisal (RRA)

Die Abkürzung RRA steht für Rapid Rural Appraisal und kennzeichnet seit den 1980er Jahren eine Erhebungsmethode, bei der ein multidisziplinär zusammengesetztes Team in kurzer Zeit Informationen über eine Region sammelt, und deren Entwicklungschancen analysiert und bewertet. Wesentlich dabei ist die Beschränkung des Untersuchungsfokus auf diejenigen Aspekte, die für eine beabsichtigte Intervention oder eine gewünschte Änderung wesentlich sind.
Dabei bedient sich das Team vor Ort eines Sets von nicht standardisierten einfachen Methoden zur Informationssammlung und Datenanalyse. Die Analyse der unterschiedlichen Standortfaktoren und die daraus gewonnen Ergebnisse und abgeleitenden Hypothesen bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die erste Implementierungsphase der Projekte.
RRA- Methoden werden deshalb vor allem dort eingesetzt, wo es um eine möglichst rasche aber effiziente Einschätzung lokaler Verhältnisse geht.

Participatory Rural Appraisal (PRA)

Die Abkürzung PRA steht für Participatory Rapid Appraisal und beschreibt eine Methode, die davon ausgeht, die Komplexität der herrschenden Bedingungen mit Hilfe einer aktiven Beteiligung und dem traditionalen Wissen der lokalen Bevölkerung angemessen erfassen zu können. Ziel ist es, allen Beteiligten Frauen wie Männern aus allen gesellschaftlichen Schichten und Gruppierungen zu ermöglichen, an einem transparenten Dialog- und Entscheidungsprozess teilzunehmen. Im Vordergrund dieses Partizipationskonzeptes stehen gesellschaftliche Gruppen, deren Beteiligungsmöglichkeiten, u.a. aufgrund der Verteilung von Macht und wirtschaftliche Möglichkeiten, unzureichend sind. Dies sind insbesondere ärmere Bevölkerungsschichten und Frauen im ländlichen Raum.
Insgesamt will der partizipative Ansatz einen Beitrag zu größerer sozialen Gerechtigkeit, zur friedlichen Lösung von Konflikten und zur Sicherung von Menschenrechten in den Partnerländern leisten.
Instrumente für die partizipative Gestaltung der Projektarbeit sind u.a.: partizipative Verfahren im gesamten Projektzyklus, partizipative und geschlechterdifferenzierte Zielgruppen- und Trägeranalysen (Stakeholder-Analyse) sowie eine flexible Anwendung der Planungs- und Implementierungsverfahren. Das grundsätzliche und konsequente Ansetzen an lokalen Kategorien, Werten und dem vorhandenen Wissen der lokalen Partner verbietet eine rein schematische Anwendung bestimmter Techniken und Instrumente. Deshalb müssen für jede spezifische Situation, immer wieder aufs Neue, geeignet Methoden ausgewählt, eventuell angepasst oder gar entwickelt werden.

(Quelle: Schönhuth, Michael / Kievelitz, Uwe: Partizipative Erhebungs- und Planungsmethoden in der Entwicklungszusammenarbeit. Eine kommentierte Einführung, Eschborn 1993.)