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Arbeitsmethoden

Partizipation als Leitbild zeitgemäßer Entwicklungszusammenarbeit

Betroffene zu Beteiligten machen
Partizipation ist heute ein weltweit von allen Organisation der EZ anerkannter Grundsatz. Ausschlaggebend dafür war die sich seit den 80er Jahren durchsetzende Erkenntnis, dass die Nachhaltigkeit von Programmen und Projekten der Armutsbekämpfung ohne die maßgebliche Beteiligung der Betroffenen nicht abgesichert werden kann. Partizipation trägt dazu bei, dass sich die Beteiligten für die Programme und Projekte selbst verantwortlich fühlen (ownership) und ihre jeweiligen kulturellen Wertvorstellungen und Interessen aktiv einbringen können. Damit unterstützt die partizipative EZ die selbstbestimmte Verbesserung der Lebensverhältnisse im Partnerland. Sie erweitert die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Zielgruppen, ihre Lebensbedingungen selber zu gestalten und zu verbessern (empowerment). Es wird zwischen individuellem und gemeinschaftlichem Empowerment unterschieden: während der individuelle Ansatz die Möglichkeiten einzelner Menschen fördert, zielt der gemeinschaftliche Ansatz auf die Befähigung von Gruppen, Kollektiven und Gemeinden ab.

Partizipative Entwicklung wird folglich als ein Prozess definiert, der Menschen aktiv und maßgeblich an allen Entscheidungen beteiligt, die ihr Leben direkt beeinflussen. Zentrales Element ist die Beteiligung der Zielgruppe in allen Schritten der Planung und Umsetzung von Entwicklungsprojekten - von der Bedarfsanalyse über die Planung bis hin zur Umsetzung und Evaluation. Einfacher ausgedrückt: Wir holen die Menschen da ab wo sie stehen und analysieren mit ihnen gemeinsam, welche Probleme sie erleben, welche Ziele verfolgt werden könnten, welche Lösungsansätze es gibt, welche lokalen Ressourcen genutzt werden können und welche lokalen soziokulturellen, ökologischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen bevor ein gemeinsames Projekt geplant und umgesetzt wird.

Rapid Rural Appraisal (RRA)

Methoden in der Feldarbeit
Die Abkürzung RRA steht für Rapid Rural Appraisal und kennzeichnet seit den 1980er Jahren eine Erhebungsmethode, bei der ein multidisziplinär zusammengesetztes Team in kurzer Zeit Informationen über eine Region sammelt, und deren Entwicklungschancen analysiert und bewertet. Wesentlich dabei ist die Beschränkung des Untersuchungsfokus auf diejenigen Aspekte, die für eine beabsichtigte Intervention oder eine gewünschte Änderung wesentlich sind.
Dabei bedient sich das Team vor Ort eines Sets von nicht standardisierten einfachen Methoden zur Informationssammlung und Datenanalyse. Die Analyse der unterschiedlichen Standortfaktoren und die daraus gewonnen Ergebnisse und abgeleitenden Hypothesen bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die erste Implementierungsphase der Projekte. RRA- Methoden werden deshalb vor allem dort eingesetzt, wo es um eine möglichst rasche aber effiziente Einschätzung lokaler Verhältnisse geht.

Participatory Rural Appraisal (PRA)

Die Abkürzung PRA steht für Participatory Rural Appraisal und beschreibt eine Methode, die davon ausgeht, die Komplexität der herrschenden Bedingungen mit Hilfe einer aktiven Beteiligung und dem traditionellen Wissen der lokalen Bevölkerung angemessen erfassen zu können. Ziel ist es, allen Beteiligten Frauen wie Männern aus allen gesellschaftlichen Schichten und Gruppierungen zu ermöglichen, an einem transparenten Dialog- und Entscheidungsprozess teilzunehmen. Im Vordergrund dieses Partizipationskonzeptes stehen gesellschaftliche Gruppen, deren Beteiligungsmöglichkeiten, u.a. aufgrund der Verteilung von Macht und wirtschaftliche Möglichkeiten, unzureichend sind. Dies sind insbesondere ärmere Bevölkerungsschichten und Frauen im ländlichen Raum.
Insgesamt will der partizipative Ansatz einen Beitrag zu größerer sozialen Gerechtigkeit, zur friedlichen Lösung von Konflikten und zur Sicherung von Menschenrechten in den Partnerländern leisten.
Instrumente für die partizipative Gestaltung der Projektarbeit sind u.a.: partizipative Verfahren im gesamten Projektzyklus, partizipative und geschlechterdifferenzierte Zielgruppen- und Trägeranalysen (Stakeholder-Analyse) sowie eine flexible Anwendung der Planungs- und Implementierungsverfahren. Das grundsätzliche und konsequente Ansetzen an lokalen Kategorien, Werten und dem vorhandenen Wissen der lokalen Partner verbietet eine rein schematische Anwendung bestimmter Techniken und Instrumente. Deshalb müssen für jede spezifische Situation, immer wieder aufs Neue, geeignet Methoden ausgewählt, eventuell angepasst oder gar entwickelt werden.
Quelle: Schönhuth, Michael / Kievelitz, Uwe: Partizipative Erhebungs- und Planungsmethoden in der Entwicklungszusammenarbeit. Eine kommentierte Einführung, Eschborn 1993.

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